Hufprobleme sind einer der häufigsten Gründe für Tierarztbesuche — und für lange Reit-Pausen. Dabei sind die meisten davon vermeidbar. Wer die folgenden 10 Tipps beherzigt, hat schon 90 % der Grundlagen abgedeckt. Hier kommen sie in aller Kürze — mit klaren Erklärungen, warum sie funktionieren.
Tipp 1: Täglich auskratzen — mindestens 2x

Der wichtigste Tipp überhaupt.
Die tägliche Kontrolle beim Auskratzen entdeckt: - Fremdkörper (Steine, Nägel) - Beginnende Fäulnis - Kleine Verletzungen - Ungewöhnliche Wärme
Idealerweise: Morgens vor dem Weidegang, abends beim Reinbringen. Dazu vor und nach jedem Reiten.
Tipp 2: Vom Ferse zur Zehe kratzen
Warum? Der Strahl liegt in der Ferse — Kratzen von hinten nach vorne schont ihn.
Häufig sieht man das andersrum. Falsch — und langfristig strahlbelastend.
Tipp 3: Regelmäßiger Hufschmied-Termin
Alle 6–8 Wochen. Nicht länger warten.
Was passiert bei zu langen Intervallen? - Hufe wachsen ungleichmäßig - Fehlbelastungen entstehen - Beschlag löst sich - Sohlen werden empfindlich
Setze feste Termine im Kalender — mit Erinnerung eine Woche vorher.
Tipp 4: Biotin und Zink füttern
Hufe wachsen aus dem Darm.
Diese Nährstoffe sind entscheidend: - Biotin (15–20 mg pro Tag) - Zink (400–600 mg pro Tag) - Kupfer — im Verhältnis zu Zink - Methionin — Aminosäure für Keratin
Empfehlungen: - Stiefel Biotin Plus Pellet — Klassiker - NURA Haarmonie — Haut, Fell, Hufe
Wichtig: Wirkung erst nach 3–6 Monaten sichtbar. Geduld!
Tipp 5: Boxen trocken halten
Nasse Einstreu = weiche Hufe.
• Täglich misten
• Nassstellen sofort erneuern
• Belüftung sicherstellen
• Bei Bedarf zusätzliche Einstreu
Ein sauber gehaltener Boden ist die günstigste Hufversicherung.
Tipp 6: Weide-Wechsel im Herbst
Matschige Böden zerstören Hufe — vor allem Strahl und Sohle.
Bei extrem nassen Bedingungen: - Auf Winterweide umziehen - Trockeneren Auslauf wählen - Kürzere Weidezeiten - Notfalls Pause von der Weide
Tipp 7: Hufbalsam bei trockenem Wetter
Nicht das ganze Jahr, sondern gezielt:
• Bei Trockenheit — 2–3x pro Woche
• Bei Feuchtigkeit — sparsam bis gar nicht
• Nach Hufschmied — pflegt den Kronrand
Empfehlung: Leovet Huflab Oel Balsam mit Biotin — pflegt und stärkt zugleich.
Tipp 8: Bewegung fördert Hufwachstum
Bewegung = Durchblutung = Hufwachstum.
• Täglicher Weidegang oder Auslauf
• Regelmäßiges Training
• Nicht nur in der Box
• Bei Ruhephasen Handspaziergänge
Ein Pferd, das steht, hat schlechtere Hufe als eins, das sich bewegt.
Tipp 9: Ausrüstung sauber halten
Deine Hufkratzer und Bürsten sollten sauber sein:
• Auskratzer regelmäßig waschen — kein Kotrest
• Bürsten von Fußkeimen befreien
• Sättel und Bandagen sauber halten
• Nach Kontakt mit kranken Pferden desinfizieren
Tipp 10: Auf Warnsignale reagieren
Frühzeitige Reaktion = einfache Behandlung.
Diese Signale ernst nehmen: - Wärme in einem Huf - Puls im Fesselbereich - Vorsichtiges Auftreten - Ungewöhnliche Verhaltensmuster - Trippeln oder Steifheit
Nicht abwarten — lieber einmal zu oft den Tierarzt konsultieren.
Bonus: Die Fotodokumentation
Wöchentlich ein Foto aller vier Hufe.
Warum? So erkennst du: - Veränderungen im Wachstum - Ungleichmäßiges Abnutzen - Beginnende Fehlstellungen - Beschlagsprobleme
Das ist ein Trick, den viele Profis nutzen.
Was tun bei Problemen?
Erste Signale
• Hufauskratzen und genau untersuchen
• Fotos machen und mit früheren vergleichen
• Reiten reduzieren
• Schmied oder Tierarzt konsultieren
Bei akuter Lahmheit
• Sofort Ruhe
• Tierarzt rufen
• Nicht weiterreiten
• Ggf. kühlen
Die häufigsten Fehler
Fehler 1: Zu seltenes Auskratzen
Ein Mal am Tag reicht nicht.
Fehler 2: Falsche Kratz-Richtung
Von Zehe zu Ferse ist strahlschädigend.
Fehler 3: Zu viel Balsam
Verschließt die Poren.
Fehler 4: Zu wenig Bewegung
Steht das Pferd nur, leiden die Hufe.
Fehler 5: Symptome ignorieren
Wärme, Steifheit oder Lahmheit sind Warnsignale.
FAQ: Gesunde Hufe
Wie lange dauert es, bis meine Ernährungsumstellung wirkt?
3–6 Monate. Hufe wachsen langsam.
Reicht Auskratzen wirklich zweimal am Tag?
Ja, wenn keine Probleme vorliegen. Bei Empfindlichkeit oder Fäulnis öfter.
Ist Barhuf immer besser?
Nein — kommt aufs Pferd an. Mit dem Schmied besprechen.
Wie oft Hufbalsam?
2–3x pro Woche bei Trockenheit.
Was, wenn mein Pferd unfreiwillig lahmt?
Sofort Tierarzt.
Hufe im Sommer speziell pflegen?
Balsam bei sehr harten Böden, Weide zu kühlen Zeiten.
Reicht Bewegung im Sommer aus?
Ja, meist. Sofern die Weide nicht überweidet ist.

