Pferdeschweiß ist salziger als menschlicher — deutlich sogar. Wer ein trainiertes Sportpferd im Sommer beobachtet, sieht oft die weiße Salzschicht am Hals und unter dem Sattel. Was viele nicht wissen: Dieser Salzverlust muss aktiv ausgeglichen werden, sonst drohen Muskelkrämpfe, Erschöpfung und Stoffwechselstörungen. Und Salz ist nur ein Baustein — der komplette Mineralhaushalt spielt zusammen.
Warum Pferde im Sommer besonders viel Mineralien verlieren

Pferdeschweiß enthält: - Natrium (Kochsalz-Baustein) - Chlorid (der andere Kochsalz-Baustein) - Kalium - Kalzium - Magnesium
Im Vergleich zum Menschen ist Pferdeschweiß viermal so konzentriert an Elektrolyten. Ein schwitzendes Sportpferd kann pro Trainingsstunde 5–10 Liter Schweiß verlieren — mit entsprechendem Mineralverlust.
Die Rolle von Salz im Pferdekörper
Natrium und Chlorid sind lebenswichtig für:
• Wasserhaushalt — regulieren Flüssigkeitsverteilung
• Nervenimpulse — Muskelbewegungen
• Muskelfunktion — inklusive Herz
• Verdauung — Salzsäure im Magen
• Blutdruck — natürlich reguliert
Ohne ausreichend Salz können auftreten: - Muskelkrämpfe (Kreuzverschlag!) - Erschöpfung - Konzentrationsprobleme - Reduzierte Wasseraufnahme - Verdauungsprobleme
Wie viel Salz braucht ein Pferd?
Grundbedarf: 20–30 g Salz pro Tag (bei 600 kg Warmblut)
Bei starkem Schwitzen: 60–100 g täglich möglich
Woher kommt das Salz?
• Grundfutter — meist zu wenig (Heu enthält kaum Salz)
• Kraftfutter — je nach Marke unterschiedlich
• Mineralfutter — meist ausreichend
• Salzleckstein — der Klassiker
• Elektrolyt-Konzentrate — bei intensivem Schwitzen
Der Salzleckstein: Immer verfügbar
Idealerweise steht deinem Pferd 24/7 ein Salzleckstein zur Verfügung.
Vorteile
• Freie Aufnahme nach Bedarf
• Beschäftigung durch das Lecken
• Einfach in der Handhabung
• Günstig
Positionierung
• In der Nähe der Tränke — animiert zum Trinken
• Erreichbar für alle Pferde in der Herde
• Trocken lagern — Regen macht ihn matschig
Empfehlung
Nature’s Best Salz-Leckstein Himalaya — der natürliche Klassiker. Enthält Natrium, Chlorid und Spurenelemente. Mit praktischem Kordelhalter.
Elektrolyt-Konzentrate bei starkem Schwitzen
An Turniertagen, nach langen Ausritten oder bei Hitzewellen reicht der Leckstein oft nicht.

Wann Elektrolyt-Zusatz?
• Nach intensivem Training über 30 Min mit Schweiß
• Bei Temperaturen über 25 °C im Training
• Auf Turnieren — vor und nach Prüfungen
• Bei Hitzewellen täglich
• Nach langen Transporten
Empfehlung
Effol Elektrolyt-Syrup — flüssig, schnell verfügbar, ideal für Sportpferde. Enthält Natrium, Kalium, Chlorid und Magnesium.
Die anderen wichtigen Mineralien
Salz ist wichtig — aber nur ein Teil des Ganzen.
Kalzium
Funktionen: - Knochen- und Zahnaufbau - Muskelfunktion - Blutgerinnung
Quellen: - Heu (variabel) - Luzerne (sehr kalziumhaltig) - Mineralfutter
Phosphor
Funktionen: - Knochenaufbau (mit Kalzium) - Energiestoffwechsel - Zellfunktion
Wichtig: Kalzium-Phosphor-Verhältnis muss stimmen (2:1)
Magnesium
Funktionen: - Muskelfunktion - Nervenübertragung - Enzymfunktion - Stressverarbeitung
Bei Mangel: Nervosität, Muskelverspannungen, Zittern
Kalium
Funktionen: - Muskelkontraktion - Nervenimpulse - Zellfunktion
Quellen: Meist ausreichend im Grundfutter
Die wichtigen Spurenelemente
Neben den Mineralien braucht dein Pferd Spurenelemente:
Zink
Für: Haut, Fell, Hufe, Immunsystem Empfehlung: Stiefel Zink Plus
Kupfer
Für: Bindegewebe, Fellfarbe, Enzymfunktion Wichtig: Im richtigen Verhältnis zu Zink (1:3)
Selen
Für: Immunfunktion, Zellschutz, Muskulatur Vorsicht: Enges therapeutisches Fenster — nur mit Beratung
Mangan
Für: Bindegewebe, Gelenke Empfehlung: Stiefel Mangan Plus
Eisen
Für: Blutbildung, Sauerstofftransport Wichtig: Meist ausreichend im Futter — Überdosierung problematischer als Unterdosierung
Die passende Mineralfutter-Strategie

Ein gutes Mineralfutter ist die Basis. Wähle je nach Bedarf:
Basis-Mineralfutter
Für den täglichen Grundbedarf: - Höveler Reformin Plus — Klassiker - Höveler Reformin Müsli — schmackhafte Alternative
Spezielle Sommer-Ergänzungen
• Salzleckstein dauerhaft verfügbar
• Elektrolyt-Konzentrat bei Bedarf
• Bierhefe für B-Vitamine
Bei speziellen Themen
• NURA Haarmonie — für Haut, Fell und Hufe
• NURA Vitalquelle — für Stoffwechsel
• NURA Vorteilspack — Komplettpaket mit 20% Rabatt
Symptome von Mineralstoffmangel
Wie erkennst du, dass dein Pferd Mineralien braucht?
Salzmangel
• Wenig Trinken
• Muskelverspannungen
• Kotwasser
• Erschöpfung nach Training
• Weiße Salzflecken auf Bauch/Hals
Kalziummangel
• Schwache Hufe
• Zahnprobleme
• Nervosität
• Muskelzittern
Magnesiummangel
• Nervosität und Angst
• Muskelverspannungen
• Konzentrationsprobleme
• Schreckhaftigkeit
Zinkmangel
• Stumpfes Fell
• Schlechte Wundheilung
• Anfälligkeit für Hautprobleme
• Fellwechsel-Probleme
Praxis-Tipps für die optimale Versorgung
Tipp 1: Salzleckstein immer verfügbar
24/7 in der Box oder auf der Weide.
Tipp 2: Frisches Wasser garantieren
Ohne Wasser nützt Salz nichts. Mehrere Tränken anbieten.
Tipp 3: Elektrolyt-Konzentrate strategisch
An heißen Tagen und nach dem Training — nicht dauerhaft.
Tipp 4: Mineralfutter nach Bedarf
Nicht überdosieren — Überversorgung ist auch schlecht.
Tipp 5: Blutbild bei Verdacht
Bei anhaltenden Problemen: Tierarzt-Untersuchung.
Häufige Fehler
Fehler 1: Salz nur im Winter geben
Sommer = Salzverlust. Deshalb: ganzjährig!
Fehler 2: Elektrolyte ohne Wasser
Ohne ausreichend Wasser verschlechtern Elektrolyte die Situation.
Fehler 3: Kein Blick auf Verhältnisse
Kalzium-Phosphor, Zink-Kupfer — die Verhältnisse zählen.
Fehler 4: Ergänzungsfutter auf Verdacht
Ohne Analyse überdosieren — kann schädlich sein.
Fehler 5: Vernachlässigung des Salzlecksteins
Wenn er zu Ende geht — sofort nachbestellen!
FAQ: Salz und Mineralien für Pferde
Braucht mein Pferd einen Salzleckstein, wenn es Mineralfutter bekommt?
Ja — freie Aufnahme über den Salzleckstein zusätzlich zum Mineralfutter ist ideal.
Wie erkenne ich, ob mein Pferd genug Salz aufnimmt?
Wenn es regelmäßig am Leckstein leckt. Bei starkem Schwitzen zusätzlich Elektrolyte.
Kann ich Elektrolyte täglich geben?
Nur bei Bedarf. Bei starkem Schwitzen und Hitze ja, sonst nicht.
Ist Himalaya-Salz besser als normales Salz?
Enthält mehr Spurenelemente, aber die Hauptwirkung ist gleich.
Muss ich im Winter auch Salz geben?
Ja — vielleicht weniger, aber ganzjährig.
Was bei Übergewicht?
Nicht am Salz sparen — das reguliert sich nicht darüber.
Kann Salz gefährlich sein?
In Extremmengen ja — aber Pferde regulieren sich meist selbst.
Wie oft Blutbild machen?
Alle 1–2 Jahre ist sinnvoll, bei Auffälligkeiten öfter.
Reicht Weidegang für die Mineralversorgung?
Für die Basis oft ja, aber im Sommer bei starkem Schwitzen nicht.
Sind teure Mineralfutter besser?
Nicht unbedingt — die Zusammensetzung ist entscheidend.
Fazit: Der Mineral-Balance-Akt
Salz und Mineralien sind im Sommer besonders wichtig — aber auch das ganze Jahr über essenziell. Mit Salzleckstein, gutem Mineralfutter und gezielten Ergänzungen hältst du die Balance. Und bei intensivem Schwitzen kommen Elektrolyt-Konzentrate zum Einsatz.
Im kavalio Onlineshop findest du alles für die Mineralversorgung — von Salzlecksteinen über Mineralfutter bis zu Elektrolyt-Konzentraten und der NURA-Ergänzungslinie.
Lese-Tipps: Ergänzend findest du unsere Beiträge zum Hitzewellen-Guide (3-teilig) und zur Sommer-Fütterung.

