Die Sommer der letzten Jahre haben es uns vor Augen geführt: Temperaturen über 30 Grad, schwüle Nächte und Wochen ohne nennenswerten Regen sind keine Ausnahme mehr. Was für uns Menschen schon belastend ist, kann für Pferde richtig gefährlich werden. Pferde regulieren ihre Körpertemperatur deutlich anders als wir – und besonders schlecht bei mangelnder Luftbewegung. In diesem ersten Teil unserer dreiteiligen Hitzewellen-Serie erfährst du alles, was du als verantwortungsvoller Pferdebesitzer wissen musst, um deinen Vierbeiner sicher durch die heißen Tage zu bringen.
Warum Hitze für Pferde so gefährlich ist

Pferde sind eigentlich erstaunlich anpassungsfähig – aber bei der Wärmeregulation haben sie ihre Schwächen. Drei Faktoren machen sie besonders verletzlich:
1. Verhältnis Körpermasse zu Hautoberfläche: Im Vergleich zu kleinen Säugetieren haben Pferde eine relativ kleine Hautoberfläche bei großem Körpervolumen. Wärme wird langsamer abgegeben.
2. Hauptkühlung durch Schweiß: Anders als Hunde, die hecheln, verlassen sich Pferde fast vollständig auf Schweißverdunstung. Wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist (über 70 %), funktioniert dieser Mechanismus deutlich schlechter.
3. Eiweißhaltiger Schweiß: Pferdeschweiß enthält das Protein Latherin, das Schaumbildung verursacht. Diese „Seifenschicht” kann die Verdunstung sogar behindern – ein evolutionärer Trick, der ursprünglich für trockene Steppenklimate gedacht war, in unserer schwülen Sommerluft aber kontraproduktiv wirkt.
Eine Faustregel der Tiermediziner ist die sogenannte „Hitze-Index-Zahl” (Temperatur in °C + relative Luftfeuchtigkeit in %):
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Hitze-Index |
Belastung |
Empfehlung |
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Unter 130 |
Unbedenklich |
Normales Training möglich |
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130–150 |
Spürbar |
Training reduzieren, Pausen einplanen |
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150–180 |
Belastend |
Nur leichtes Training, viel Schatten |
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Über 180 |
Gefährlich |
Kein Training, Pferd kühlen |
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Über 200 |
Lebensgefahr |
Akutmaßnahmen, Tierarzt-Bereitschaft |
Beispiel: 32 °C + 70 % Luftfeuchtigkeit = 102 (im Bereich der Belastung). 35 °C + 75 % Luftfeuchtigkeit = 110, also bereits kritisch.
Hitzestress beim Pferd erkennen: Die Warnsignale

Je früher du Hitzestress erkennst, desto besser kannst du reagieren. Pferde zeigen oft schon Stunden vor einem ernsthaften Problem deutliche Anzeichen.
Frühe Anzeichen
• Vermehrtes Schwitzen ohne Belastung
• Apathie, Pferd wirkt müde oder „abgeschaltet”
• Vermindertes Trinken trotz Wärme
• Reduzierte Futteraufnahme
• Hängende Unterlippe, schlaffe Körperhaltung
• Hängender Kopf, Pferd sucht aktiv Schatten
Akute Warnzeichen – sofortiges Handeln
• Stark erhöhte Atemfrequenz (über 30 Atemzüge pro Minute in Ruhe)
• Erhöhte Pulsfrequenz (über 60 Schläge in Ruhe)
• Körpertemperatur über 39,5 °C
• Schaumiger, klebriger Schweiß oder plötzliches Aufhören des Schwitzens
• Schwankender Gang, Koordinationsstörungen
• Glasiger Blick, eingesunkene Augen
• Trockene Schleimhäute und verminderte Hautelastizität (Test: Haut am Hals anheben – sollte sofort zurückgehen)
Wichtig: Bei akuten Warnzeichen sofort den Tierarzt rufen. Bis er da ist: Pferd kühlen (siehe unten), Schatten, Wasser anbieten, ruhig halten.
Normwerte zur Orientierung
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Wert |
Normal in Ruhe |
Hitze-Bereich |
Gefahr |
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Atemfrequenz |
8–16/Min |
20–30/Min |
Über 30/Min |
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Pulsfrequenz |
28–44/Min |
45–60/Min |
Über 60/Min |
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Körpertemperatur |
37,5–38,2 °C |
bis 39 °C |
Über 39,5 °C |
Sofortmaßnahmen bei Hitzestress

Wenn dein Pferd Warnzeichen zeigt, zählt jede Minute. Diese Schritte solltest du sofort umsetzen:
1. Ab in den Schatten
Bring dein Pferd in den kühlsten verfügbaren Bereich – schattige Box, Unterstand, ein Baum mit dichter Krone. Direkte Sonne ist tabu.
2. Kühles Wasser zum Trinken
Stelle frisches, kühles (nicht eiskaltes) Wasser bereit. Manche Pferde trinken eher aus dem Eimer als aus der Tränke – probier verschiedene Optionen.
3. Körpertemperatur senken
Übergieße dein Pferd mit kühlem Wasser – und zwar großzügig! Eine der hartnäckigsten Mythen lautet: „Man darf ein heißes Pferd nicht mit kaltem Wasser kühlen.” Das ist wissenschaftlich widerlegt. Studien aus dem Pferdesport zeigen klar:
• Kühles Wasser ist sicher und effektiver als warmes
• Großflächige Anwendung ist nötig (nicht nur Beine!)
• Sofort abziehen mit Schweißmesser, dann erneut gießen
• Wiederholen in 30-Sekunden-Zyklen
Profi-Tipp: Die wichtigsten Kühlzonen sind die großen Blutgefäße: Hals, Innenseite der Schenkel, zwischen den Hinterbeinen. Hier kühlt das Wasser am effektivsten.
4. Luftzirkulation schaffen
Stellt euch in einen luftigen Bereich oder nutzt einen Ventilator. Bewegte Luft verstärkt die Verdunstungskühlung deutlich.
5. Tierarzt informieren
Bei akuten Symptomen immer den Tierarzt rufen – auch wenn sich das Pferd schnell zu erholen scheint. Manche Folgen treten verzögert auf.
Der ideale Hitze-Tagesablauf
Wer den Tagesablauf in einer Hitzewelle umstellt, kann viele Probleme vermeiden. Hier ein bewährter Plan:
Morgens (5:00–9:00 Uhr)
• Hauptzeit für Training und Bewegung – die Temperaturen sind moderat
• Frühe Weidegang-Zeit nutzen
• Wasservorräte für den Tag prüfen
• Frische Heuration servieren
Vormittag (9:00–12:00 Uhr)
• Pferd langsam in den kühleren Stall oder Schatten bringen
• Trinkwasser mehrmals kontrollieren
• Fliegenschutz auffrischen
• Boxen ggf. leicht durchnässen (Boden) für Verdunstungskühlung
Mittag (12:00–17:00 Uhr)
• Absolute Ruhe, kein Training
• Pferd im kühlsten Stallteil oder schattigem Auslauf
• Türen und Fenster gegenüberliegend geöffnet für Querlüftung
• Frische Tränke – immer wieder kontrollieren
Abend (17:00–22:00 Uhr)
• Zweite Bewegungszeit für leichtes Training oder Spaziergang
• Wieder auf die Weide (kühlerer Bereich, schattige Plätze)
• Hauptfütterung in den späten Abendstunden
Nacht
• Stallfenster offen für Luftzirkulation
• Nachtweide in der heißen Saison oft die beste Lösung
• Kühles, frisches Wasser für die Nacht bereitstellen
Stall und Weide hitzefit machen
Ein gut vorbereiteter Stall macht im Sommer einen riesigen Unterschied. Diese Punkte solltest du prüfen:
Stall-Setup für die Hitze
• Querlüftung durch gegenüberliegende Türen und Fenster ermöglichen
• Dachisolierung – ein dünnes Blechdach ohne Isolation wird im Sommer zur Hitzefalle
• Ventilatoren für die heißesten Tage einsetzen
• Helle Stallinnenwände reflektieren Wärme
• Boxen-Boden ggf. leicht wässern für Verdunstungskühlung
Weide-Optimierung
• Bäume und Unterstände als Schattenplätze nutzen
• Sonnensegel für offene Weiden installieren
• Mehrere Wasserstellen verhindern Knappheit bei großen Herden
• Mineralleckstein in der Nähe der Tränke
• Insektenfallen rund um die Weide aufstellen
Wasser, Wasser, Wasser – der wichtigste Faktor
Pferde brauchen in einer Hitzewelle deutlich mehr Flüssigkeit als sonst. Während ein normales Pferd 30–40 Liter pro Tag trinkt, können es bei großer Hitze auch 60–80 Liter sein.
So sorgst du für ausreichende Trinkmenge
• Mehrere Tränken anbieten
• Wasser täglich wechseln – stehendes Wasser wird unappetitlich
• Tränken auf Verschmutzung kontrollieren
• Eimer als Alternative für Pferde, die aus Tränken zögern
• Wassertemperatur prüfen – zu warmes Wasser wird nicht gerne getrunken
• Wasserapps wie Anti-Insekten-Netze gegen Mücken in offenen Eimern
Wenn das Pferd zu wenig trinkt
Manche Pferde sind „Schluckmuffel” und trinken trotz Hitze zu wenig. Diese Tricks helfen:
• Heucobs einweichen und nass füttern (sehr effektiv!)
• Mash mit viel Wasser anrühren – wie ein Eistee fürs Pferd
• Karotten und Äpfel als wässrige Snacks
• Suppe aus Heucobs und Apfelmus als Anreiz
• Salzleckstein in der Nähe der Tränke – erhöht den Trinkreiz
Produkt-Tipp: Das Höveler Summer Mash wurde genau für diese Situation entwickelt: Es lässt sich auch mit kaltem Wasser anrühren und liefert zusätzlich Elektrolyte und Prebiotika. Eine clevere Lösung für Pferde, die in Hitzephasen zu wenig trinken. Mehr dazu in unserem Höveler Summer Mash-Beitrag.
Elektrolyte: Wann und wie ergänzen?
Pferdeschweiß enthält deutlich mehr Salze als Menschenschweiß. Bei starkem Schwitzen verliert dein Pferd erhebliche Mengen an Natrium, Kalium, Chlorid und Magnesium. Diese Verluste müssen ausgeglichen werden – sonst drohen Muskelkrämpfe, Erschöpfung und Stoffwechselstörungen.
Wann brauchen Pferde Elektrolyte?
• Nach starkem Schwitzen (auch in Ruhe, nicht nur nach Training)
• Bei mehreren heißen Tagen hintereinander
• Nach langen Transporten in der Hitze
• Bei Trainingseinheiten über 30 Minuten in der Sommerhitze
• Auf Turnieren oder Wanderritten
Welche Elektrolyt-Produkte gibt es?
Lecksteine für die freie Aufnahme:
• Nature’s Best Salz-Leckstein Himalaya – die natürliche Salzquelle für die Grundversorgung. Praktisch mit Kordel zur Befestigung in Box oder auf der Weide.
• Imima Anti-Insect Leckstein – kombiniert Salzversorgung mit Insektenschutz
Konzentrierte Elektrolyt-Lösungen für akute Phasen:
• Effol Elektrolyt-Syrup – flüssige Form mit Kalium, Chlorid, Magnesium und Natrium. Schnell aufgenommen, praktische Dosierung. Ideal nach intensivem Schwitzen oder vor langen Transporten.
Mash mit Elektrolyten:
• Höveler Summer Mash – Elektrolyte sind bereits integriert, lässt sich kalt anrühren
Wichtig: Elektrolyte funktionieren nur in Kombination mit ausreichend Wasser. Niemals konzentrierte Elektrolyte geben, wenn das Pferd nicht trinkt – das kann den Salzhaushalt weiter destabilisieren.
Pferdepflege in der Hitzewelle

Auch die Pflege solltest du an die Bedingungen anpassen. Einige Tipps:
Tägliche Pflege
• Abkühl-Dusche am Mittag (kein Vollbad, sondern abspritzen)
• Bauch und Beine besonders kühlen (große Blutgefäße)
• Schweißmesser verwenden – nasse Haare halten Wärme
• Sonnenbrand-gefährdete Stellen mit Pflegeöl behandeln (helle Nüstern, weiße Beine)
Abschwitzdecke nach dem Reiten
Auch im Sommer kann nach dem Training eine dünne Abschwitzdecke sinnvoll sein – aber nur kurz. Sie hilft, Verdunstungskälte zu kontrollieren, damit das Pferd nicht zu schnell auskühlt:
• BUSSE Abschwitzdecke 3D Air – mit innovativem 3D-Material, das die Verdunstung beschleunigt
• Eskadron Abschwitzdecke Fleece Basics – atmungsaktive Klassik mit Doppelbrustverschnallung
Direkt nach dem Trockenwerden die Decke abnehmen – sonst staut sich Wärme.
Mähnen- und Schweifpflege
• Mähne kurz halten (lange Mähnen sind Insekten- und Hitze-Hot-Spots)
• Schweif einflechten bei Pferden mit langem Behang
• Pflegeprodukte mit kühlendem Effekt nutzen
Fütterung anpassen
In einer Hitzewelle verändert sich auch der Futterbedarf. Diese Anpassungen sind sinnvoll:
Was du füttern solltest
• Mehr saftige Komponenten (Karotten, Äpfel, eingeweichte Heucobs)
• Weniger konzentriertes Kraftfutter – belastet den Stoffwechsel
• Mehr Heu in den kühlen Tagesabschnitten
• Mash mit viel Wasser für zusätzliche Flüssigkeit
• Elektrolyte nach Belastung
Was du reduzieren solltest
• Hochkalorisches Kraftfutter mittags
• Stärke- und zuckerreiche Komponenten
• Fütterungszeiten während der Hitzespitzen verschieben
Insektenschutz – in der Hitze besonders wichtig
Insekten sind in der Hitze besonders aktiv – und Hitze + Insektenstress = doppelte Belastung. Eine gute Kombination:
• Engmaschige Fliegendecke mit Halsteil
• Fliegenmaske mit Augen-, Ohren- und Nüsternschutz
• Insektenspray mit langer Wirkdauer
• Bremsenfallen auf der Weide
Mehr zum Thema: In unserem Beitrag „Fliegenschutz für Pferde: Das perfekte Komplettpaket“ findest du dreigestufte Komplettlösungen für jedes Budget und jeden Pferdetyp.
Training in der Hitze – ja oder nein?
Eine der häufigsten Fragen: „Darf ich mein Pferd in der Hitze überhaupt noch reiten?”
Faustregeln
• Hitze-Index über 150: Training reduzieren
• Hitze-Index über 180: Kein Training
• Frühmorgens oder spätabends statt mittags
• Trainingsintensität reduzieren – kein Vollkonditionstraining
• Schritt vor Trab, kurze Galoppphasen
• Häufige Pausen im Schatten
• Nach jeder Einheit gründlich kühlen
Anzeichen, dass du das Training abbrechen musst
• Pferd kommt schneller außer Atem als sonst
• Schaumiger Schweiß an Hals oder Schenkel
• Pferd ist lustlos oder will nicht vorwärts
• Hängender Kopf oder schlaffe Haltung
• Lange Erholungszeit nach Trabphasen
Was tun bei einem akuten Hitzschlag?
In den seltenen, aber gefährlichen Fällen eines echten Hitzschlags ist schnelles Handeln gefragt:
1. Tierarzt sofort rufen
2. Pferd in den Schatten bringen
3. Massive Kühlung mit kaltem Wasser, vor allem an Hals, Schenkeln und Bauch
4. Eis-Anwendung auf großen Adern (in Tüchern, nicht direkt auf Haut)
5. Kein Futter, viel Wasser anbieten – aber nicht aufzwingen
6. Atmung und Puls überwachen
7. Bis zum Tierarzt keine Eigenmedikation
FAQ: Die häufigsten Fragen zur Hitzewelle beim Pferd
Ab welcher Temperatur ist es für Pferde gefährlich?
Ab etwa 30 °C wird es belastend, über 35 °C kann schon kritisch werden – besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit. Die genaue Belastung berechnest du über den Hitze-Index (Temperatur + Luftfeuchtigkeit).
Darf ich mein heißes Pferd mit kaltem Wasser abspritzen?
Ja, unbedingt! Der Mythos „kaltes Wasser auf heiße Pferde sei gefährlich” ist wissenschaftlich widerlegt. Kühles Wasser ist sogar effektiver als lauwarmes – wichtig ist nur, das Wasser direkt mit dem Schweißmesser wieder abzuziehen und den Vorgang zu wiederholen.
Wie viel sollte mein Pferd in der Hitze trinken?
Statt der üblichen 30–40 Liter braucht ein Pferd in einer Hitzewelle 60–80 Liter pro Tag. Stelle immer mehrere Tränken bereit und prüfe sie regelmäßig.
Mein Pferd schwitzt plötzlich nicht mehr – was tun?
Sofort den Tierarzt rufen! Anhidrose (nicht schwitzen können) ist ein medizinischer Notfall, weil dem Pferd die wichtigste Kühlung fehlt. Bis der Tierarzt da ist: schattig stellen, kalt abspritzen, Ventilator anschalten.
Welche Elektrolyte sind am besten?
Für die Grundversorgung ein Salzleckstein. Für akute Phasen nach starkem Schwitzen eignen sich flüssige Elektrolyt-Konzentrate wie der Effol Elektrolyt-Syrup. Für Pferde mit Trinkmuffel-Tendenz ist das Höveler Summer Mash eine clevere Lösung.
Soll ich meinem Pferd im Sommer Decken anlegen?
Bei reiner Hitze: nein. Eine Fliegen- oder Ekzemerdecke hingegen schützt vor Insekten und sollte engmaschig sein. Eine Abschwitzdecke nach dem Reiten ist sinnvoll – aber nur kurz, bis das Pferd trocken ist.
Wann ist die beste Tageszeit zum Reiten?
Morgens zwischen 5 und 9 Uhr und abends ab 18 Uhr, wenn die Temperaturen wieder sinken. Mittags zwischen 12 und 17 Uhr: absolute Ruhe.
Wie erkenne ich, dass mein Pferd Hitzestress hat?
Frühe Anzeichen: vermehrtes Schwitzen, Apathie, hängende Unterlippe, vermindertes Trinken. Akute Anzeichen: Atemfrequenz über 30/Min in Ruhe, Puls über 60/Min, Körpertemperatur über 39,5 °C, schaumiger Schweiß.
Hilft Salz wirklich, dass mein Pferd mehr trinkt?
Ja! Ein Salzleckstein in Tränkennähe erhöht den Trinkreiz. Du kannst auch eine kleine Prise Salz ins Futter geben (ca. 10–20 g/Tag für ein 600-kg-Pferd) – allerdings nur in Absprache mit Tierarzt oder Futterberater.
Was ist Pferdeschweiß-Schaum und ist das normal?
Pferdeschweiß enthält das Eiweiß Latherin, das Schaumbildung verursacht. Etwas Schaum ist normal. Wird der Schweiß aber dick und cremig, ist das ein Warnzeichen für starke Belastung – Pause einlegen.
Soll ich mein Pferd in der Hitze scheren?
Bei sehr dichtem Fell (z. B. Cushing-Pferden) kann eine Sommer-Schur sinnvoll sein. Bei normalen Pferden ist die Schur eher kontraproduktiv – die Haare schützen auch vor UV-Strahlung und Insekten. Im Zweifel mit dem Tierarzt absprechen.
Fazit: Vorbereitet durch die Hitze
Hitzewellen werden in den nächsten Jahren weiter zunehmen – wer sein Pferd im Sommer entspannt durch die heißen Tage bringen möchte, braucht einen klaren Plan. Mit den richtigen Maßnahmen (Tagesablauf-Anpassung, ausreichend Wasser, Elektrolyte, Schatten, Kühlung) lassen sich die meisten Hitze-Probleme vermeiden. Wichtig ist, dass du Warnsignale rechtzeitig erkennst und im Notfall sofort und beherzt handelst.
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Im nächsten Teil schauen wir uns an, worauf du bei Senioren und gesundheitlich vorbelasteten Pferden in der Hitze besonders achten musst. Teil 2 erscheint hier im Blog – sei wieder dabei!

